PICHLER 08LG250L Bedienteil: Stecker, Bus, Messwerte und Register
Zusammenfassung der Fotoanalyse und der Messungen am vierpoligen Bedienteilanschluss des PICHLER-Lüftungsgeräts 08LG250L – als Vorarbeit zur Anbindung an eine Bus-Bridge mit Modbus TCP. Bestätigte Fakten sind klar von Vermutungen und offenen Punkten getrennt.
Gesicherter Stand
Versorgung
Bestätigt: Zwischen Pin 1 und Pin 2 liegt ungefähr 24 V Gleichspannung.
Polarität
Bestätigt: Pin 1 ist Minus, Pin 2 ist Plus.
Daten
Sehr wahrscheinlich: Pin 3 und Pin 4 bilden ein differentielles Datenpaar.
Pinbelegung
24 V − / Masse
24 V +
Datenleitung
Datenleitung
Wichtig: Die Nummerierung gilt entsprechend der am Stecker eingeprägten Zahlen. Nicht nur nach „links nach rechts" arbeiten, weil sich die Reihenfolge beim Blick auf die Kontaktseite spiegeln kann.
Durchgeführte Messungen
| Messung | Ergebnis | Bewertung |
|---|---|---|
| 1 gegen 2 | ca. 24 V DC | Versorgung bestätigt |
| 3 gegen 1 | 2,2 V DC | Datenleitung auf mittlerem Ruhepegel |
| 4 gegen 1 | 2,2 V DC | Datenleitung auf mittlerem Ruhepegel |
| 3 gegen 4 | 0 V DC | gleicher Mittelwert im Messzeitpunkt |
| Wechselspannung | kein verwertbarer Messwert | bei schnellen Bussignalen mit Multimeter normal |
Ein Multimeter mittelt schnelle Datenimpulse. Aus 2,2 V gegen Masse und 0 V zwischen Pin 3 und 4 lässt sich der Bustyp nicht sicher bestimmen. Dafür ist ein Oszilloskop, Logikanalysator oder die eindeutige Identifikation des Transceivers erforderlich.
Erkannte Platinenbauteile
NXP LPC1788FET208
Hauptprozessor auf ARM-Cortex-M3-Basis. Er stellt unter anderem UART- und CAN-Funktionen bereit. Daraus allein folgt noch nicht, welcher Bus am Stecker verwendet wird.
Cypress CY62147EV3
Externer SRAM-Speicher (1 M × 16 Bit) des Bedienterminals. Für die Bestimmung des Anschlussprotokolls nicht direkt relevant.
ST L5973D
Abwärts-Schaltregler für die interne Spannungsversorgung. Zusammen mit den Drosseln „330" Teil des Netzteilbereichs.
GS1M-Dioden
Gleichrichter-/Schutzdioden im Eingangsbereich. Die Leiterführung unterstützt die Zuordnung von Pin 1 und Pin 2 zur Versorgung.
Bekannte Registerübersicht
Abgrenzung: Die folgenden Register wurden im bisherigen Projekt für eine Bus-Bridge beziehungsweise Netzwerkseite mit Modbus TCP, Geräteadresse 10 und Port 502 genannt. Sie sind nicht als direkt bestätigte Register des vierpoligen Bedienteilbusses zu behandeln.
| Register | Funktion | Status |
|---|---|---|
| 100 | Luftstufe 0–4 | früher genannt |
| 101 | Betriebsart | früher genannt |
| 102 | Sommer/Winter | früher genannt |
| 103 | Raumsolltemperatur | früher genannt |
| 104 | Raum-Isttemperatur | früher genannt |
| 105–107 | Volumenströme | genaue Zuordnung offen |
| 108 | Fehler Leistungsteil | früher genannt |
| 109–115 | Betriebsstunden | genaue Zuordnung offen |
| 116–119 | Keine belastbare Zuordnung vorhanden | offen |
Nicht blind in Register schreiben. Datentyp, Skalierung, Funktionscode, Byte-Reihenfolge und Schreibberechtigung sind noch nicht verifiziert. Zuerst ausschließlich lesend testen.
Y-Kabel und Leitungswahl
Empfohlener Kabeltyp
LiYCY 4 × 0,25 mm² als bevorzugte Variante. Alternativ LiYY 4 × 0,25 mm² bei kurzer, störungsarmer Verlegung.
0,34 mm² ist ebenfalls geeignet und mechanisch robuster. 0,14 mm² nur bei kurzer Leitung und sicher passenden Steckkontakten.
Verdrahtung
2 → 2
3 → 3
4 → 4
Alle vier Adern werden beim Y-Kabel parallel und ohne Vertauschung geführt.
Der Schirm einer LiYCY-Leitung darf nicht willkürlich mit Pin 1 verbunden werden. Er sollte nur nach geklärtem Erdungs-/Schirmkonzept aufgelegt werden.
Fotos der Analyse
Offene Punkte
Bustyp
RS485 und CAN bleiben möglich. Die Messwerte beweisen keinen der beiden Typen eindeutig.
Zuordnung 3/4
Ob Pin 3/4 A/B, D+/D− oder CAN-H/CAN-L sind, ist offen.
Transceiver
Der physische Bustreiber wurde auf den Fotos noch nicht eindeutig identifiziert.
Registerverifikation
Register 100–119 müssen an der tatsächlich verwendeten Schnittstelle lesend überprüft werden.
Carmen Hedenig – Ihre Expertin für Smart Home & IoT in Kärnten
Mag.a MAS · CEO
„Bei Bestandsgeräten wie diesem PICHLER-Bedienteil dokumentieren wir bewusst transparent, was bereits gesichert ist und was noch offen bleibt. Genau diese Sorgfalt entscheidet später, ob eine Smart-Home- oder Modbus-Anbindung zuverlässig läuft – oder ein Gerät durch vorschnelles Schreiben in ein Register beschädigt wird.“
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