Claude Code trifft Archify: Architektur-Diagramme für Kärnten
Architektur-Doku, die nie veraltet – Versprechen oder Praxis? Archify erstellt sie per KI aus dem Code, für Kärntner IT-Projekte. Jetzt beraten lassen!
Lohnt es sich, die eigene Architektur-Dokumentation komplett einer KI zu überlassen – oder geht dabei ausgerechnet der Kontext verloren, der eine Doku erst wertvoll macht? Genau zwischen diesen beiden Polen bewegt sich Archify, ein quelloffener Agent-Skill, der aus dem echten Quellcode automatisch interaktive Architektur-Diagramme für Claude Code, Cursor und Codex erzeugt.
Was Sie in diesem Artikel erfahren:
- Warum Architektur-Diagramme in der Praxis fast immer veralten
- Welche Diagrammtypen Archify erzeugt und was sich technisch dahinter verbirgt
- Wo die Automatisierung an ihre Grenzen stößt
- Wie die Installation und die interaktive Nutzung in einem Kärntner Softwareprojekt konkret ablaufen
Warum Architektur-Dokumentation in der Praxis fast immer veraltet
Ein zu Projektbeginn in Miro oder Figma gezeichnetes Diagramm hält selten länger als bis zum nächsten Sprint. Ein neuer Microservice, ein zusätzliches Datenbank-Schema, eine neue Drittanbieter-API – und die Zeichnung stimmt nicht mehr, ohne dass es jemand aktiv bemerkt.
Für Kärntner Unternehmen, die eigene Software entwickeln lassen oder eine gewachsene IT-Landschaft mit mehreren Zulieferern betreiben, ist das kein Detailproblem. Neue Mitarbeitende oder externe Partner orientieren sich an genau diesen Diagrammen – zeigen sie die falsche Realität, kostet das im Projektalltag Zeit und im schlimmsten Fall Fehlentscheidungen. Die Frage ist selten, ob Dokumentation sinnvoll ist, sondern wer sie pflegt, wenn niemand dafür Zeit eingeplant hat.
Was Archify technisch anders macht als Miro, Figma & Co.
Genau hier setzt Archify an: Statt eine Zeichnung von Hand zu pflegen, scannt der Agent-Skill die reale Codebasis und übersetzt sie in ein selbstständiges HTML/SVG-Diagramm – offen einsehbar im GitHub-Repository. Technisch läuft das über eine typisierte Zwischenstruktur, ein sogenanntes JSON IR (Intermediate Representation, eine maschinenlesbare Zwischenform der Diagramminhalte), die Archify deterministisch, also nachvollziehbar und wiederholbar, zu einem Diagramm mit eingebauten Validierungsprüfungen kompiliert.
Besonders relevant für den Praxiseinsatz ist der eingebaute Verifizierungs-Loop: Der Coding-Agent öffnet das erzeugte Diagramm selbst, prüft es auf visuelle Überschneidungen oder fehlende Verbindungen und korrigiert nach, bis das Ergebnis sauber dargestellt wird. Der Unterschied zu einem Screenshot-Export ist damit klar:
| Kriterium | Manuelle Tools (Miro/Figma) | Archify |
|---|---|---|
| Erstellungsaufwand | Hoch – Boxen und Pfeile manuell zeichnen | Gering – automatischer Codebase-Scan |
| Aktualität | Veraltet schnell bei Code-Änderungen | Auf Zuruf neu generierbar |
| Code-Verknüpfung | Keine Verbindung zum echten Quellcode | Verweist direkt auf Dateien und Konfiguration |
| Format | Proprietäre Boards oder statische Bilder | Offenes HTML/JSON-Format plus Bild-Export |
Welche Diagrammtypen deckt Archify ab?
Archify unterscheidet fünf Diagrammtypen, die technische und organisatorische Abläufe gleichermaßen abdecken:
| Diagrammtyp | Inhalt |
|---|---|
| Architecture | Komponenten, Services, Systemgrenzen |
| Workflow | CI/CD-Pipelines, Freigabeprozesse, Runbooks |
| Sequence | API-Aufrufe, Auth-Abläufe, asynchrone Traces |
| Data-Flow | Datenpipelines, Datenherkunft, Datensenken |
| Lifecycle | Zustände, Wiederholungsversuche, Endzustände |
Für Kärntner KMU mit NIS2- oder DSGVO-Pflichten ist gerade der Data-Flow-Typ interessant: Ein automatisch generiertes Diagramm zeigt auf einen Blick, welche Systeme personenbezogene Daten verarbeiten und wohin sie fließen – eine Grundlage, die sich sonst mühsam manuell zusammentragen lässt. Wie sich KI-Agenten generell als ausführende Werkzeuge statt reine Chat-Partner einsetzen lassen, zeigt auch unsere Anleitung zu Claude und der Google Search Console – das Funktionsprinzip ist identisch, nur die Aufgabe eine andere.
Grenzen der Automatisierung: Was Archify nicht sieht
Was ist an diesem Versprechen tragfähig, was ist Hype? Die Praxis zeigt: Ein Tool, das ausschließlich den Code liest, kennt zwangsläufig nicht alles, was eine Architektur ausmacht. Bevor ein solches Werkzeug produktiv in einem Kärntner Kundenprojekt landet, gehören diese Punkte auf den Prüfzettel:
- Geschäftskontext fehlt: Warum eine Entscheidung so getroffen wurde, steht selten im Code – nur was aktuell implementiert ist, nicht die Abwägung dahinter.
- Community-Projekt, kein Hersteller-Support: Wie bei jedem Open-Source-Tool eines Drittanbieters lohnt vor dem produktiven Einsatz ein Blick auf Pflegezustand und Quellcode, statt es blind in sensible Projekte einzubinden.
- Kein Ersatz für Reviews: Ein automatisch generiertes Diagramm zeigt den Ist-Zustand – ob dieser Zustand architektonisch sinnvoll ist, bleibt weiterhin eine menschliche Einschätzung.
Dabei wird deutlich: Archify ersetzt keine Architektur-Entscheidung, sondern die mühsame Fleißarbeit, sie sichtbar zu halten. Wer beides vermischt, überschätzt das Werkzeug.
Wenn Sie einschätzen möchten, wo KI-Agenten wie Claude Code in Ihrer Softwareentwicklung oder IT-Dokumentation in Kärnten wirklich tragen – und wo nicht –, helfen wir weiter: KI-Beratung & Digitalisierung in Kärnten
So kommt Archify in ein Kärntner Softwareprojekt
Aus der Beratungspraxis lässt sich die Einrichtung in wenigen Minuten abschließen, ohne Registrierung oder API-Key:
- Projekt öffnen: das jeweilige Projekt in VS Code oder der bevorzugten IDE öffnen und das integrierte Terminal starten.
- Archify global installieren:
npx skills add tt-a1i/archify -gausführen – danach steht das Skill projektübergreifend allen unterstützten Agenten zur Verfügung. - Diagramm anfordern: im Claude-Code-Chat etwa „Archify, erstell mir ein paar Vorschläge für Architektur-Diagramme zu diesem Projekt” eingeben.
- Ergebnis prüfen: Claude Code legt HTML-Datei und JSON-Datenmodell im Projekt ab und durchläuft dabei den Verifizierungs-Loop.
Sobald das Diagramm als HTML-Datei vorliegt, lässt es sich in jedem Browser öffnen – auch ohne Internetverbindung, da es sich um eine selbstständige Datei handelt. Im Projektalltag sind vor allem diese Werkzeuge relevant:
- Inspector & Knoten-Details: Klick auf eine Komponente öffnet ein Detailfenster mit den zugehörigen Quellcode-Stellen und Datenströmen.
- Routen und Pfade verfolgen: Zwei Punkte im Diagramm auswählen, um den exakten Weg von Aufrufen oder Datenpaketen zwischen ihnen hervorzuheben.
- Dark- und Light-Mode: Umschaltbare Themes plus leichte Animation für bessere Lesbarkeit größerer Diagramme.
- Export-Funktionen: direkter Export als PNG, SVG oder WebM für Präsentationen, Pull-Request-Beschreibungen oder Kundenunterlagen.
Der Wert zeigt sich besonders bei Übergaben: Ein neuer Entwickler bekommt statt einer veralteten PDF-Zeichnung ein Diagramm, das den aktuellen Stand des Projekts abbildet, inklusive Klick-Zugriff auf die zugehörigen Dateien – und Reviewer sehen in einem Pull Request die betroffene Architektur, nicht nur den reinen Code-Diff.
Fazit: Für wen sich Archify wirklich lohnt
Archify löst ein reales, wiederkehrendes Problem – veraltete Dokumentation –, ohne die Design-Entscheidungen dahinter zu verstehen. Genau darin liegt der praktische Nutzen: als laufend aktualisierte technische Bestandsaufnahme, nicht als Ersatz für Architektur-Verantwortung. Wer bereits mit Claude Code oder Cursor arbeitet, kann das in wenigen Minuten selbst testen; wer noch unsicher ist, wo KI-Agenten im eigenen Betrieb sinnvoll ansetzen oder eigene Software entwickeln lassen möchte, nimmt am besten Kontakt zu uns auf – wir ordnen ein, was trägt und was nur auf dem Papier gut klingt.
Der Artikel richtet sich an IT-Verantwortliche, Entwickler-Teams und Projektleiter:innen in Kärntner KMU, die Architektur-Dokumentation nicht mehr manuell nachziehen wollen, ohne dabei die Kontrolle über Design-Entscheidungen abzugeben.
Häufige Fragen
Ist Archify kostenlos nutzbar?
Ja. Archify ist ein Open-Source-Projekt ohne Kosten, ohne Account-Pflicht und ohne API-Key. Einzige Voraussetzung ist ein unterstützter KI-Coding-Agent wie Claude Code, Cursor, Codex CLI oder OpenCode.
Mit welchen KI-Coding-Agenten funktioniert Archify?
Archify läuft als Agent-Skill für Claude Code, Cursor, Codex CLI und OpenCode. Die Installation erfolgt einmalig global, danach steht das Skill in allen Projekten dieser Agenten zur Verfügung.
Wie installiere ich Archify für Claude Code?
Mit dem Befehl npx skills add tt-a1i/archify -g im Terminal. Danach reicht im Chat die Bitte um ein Architektur-Diagramm für das aktuelle Projekt, ein Account oder API-Key ist nicht nötig.
Kann ich mich auf ein automatisch generiertes Architektur-Diagramm verlassen?
Für die technische Systemübersicht ja, für Design-Entscheidungen und Geschäftslogik nicht vollständig. Archify zeichnet, was im Code steht – Kontext, der nur in Köpfen oder Meeting-Notizen existiert, muss weiterhin manuell ergänzt werden.
Mag.a Carmen Hedenig MAS
Basic4web Kärnten
IT-Expertin für KMU – Internet, IT-Sicherheit, KI & Smart Home.