Klimaanlage mit PV-Überschuss steuern: Home Assistant in Kärnten
Klimaanlage nur bei PV-Überschuss laufen lassen, ohne den Akku zu blockieren? Home-Assistant-Automation mit Akku-Priorität für Kärnten – jetzt anfragen.
Eine Klimaanlage nur dann laufen zu lassen, wenn die Sonne genug Strom liefert, klingt simpel: Überschuss-Sensor abfragen, Schwelle setzen, fertig. In der Praxis reicht das nicht – der Hausakku will zuerst laden, Wolken durchziehen binnen Minuten, und der Wohnkomfort darf trotzdem nicht leiden. Wie aus einer einzigen Bedingung drei zusammenspielende Home-Assistant-Automationen wurden, zeigt dieser Beitrag Schritt für Schritt.
Was Sie in diesem Artikel erfahren:
- Warum eine einzelne PV-Überschuss-Schwelle für die Klimasteuerung zu kurz greift
- Wie eine Einschalt-Automation Akku-Priorität und Zeitfenster kombiniert
- Warum das System dynamisch auf den Wetterverlauf reagiert, statt fest programmierte Werte abzuarbeiten
- Wie eine zweite Automation auf Wolkendurchzug reagiert, ohne den Komfort zu opfern
- Welche technische Falle in configuration.yaml Automationen tagelang wirkungslos machen kann
Warum eine einfache PV-Schwelle für die Klimasteuerung nicht reicht
Das Grundproblem: viel Sonne, ein Hausakku (in diesem Praxisfall eine BYD Battery-Box), der tagsüber vorrangig geladen werden soll, und eine Klimaanlage, die bei Bedarf kühlen soll – aber nicht auf Kosten des Akkus und nicht auf Kosten des Netzbezugs. Die naheliegendste Lösung wäre eine einzige Regel gewesen: „Wenn Netzeinspeisung über einem bestimmten Wert liegt, schalte die Klimaanlage ein.”
Diese Lösung greift aus drei Gründen zu kurz:
- Der Akku soll Vorrang haben – sonst konkurrieren Akku-Ladung und Klimaanlage um denselben Überschuss.
- Sonneneinstrahlung ist nicht konstant – ein Vormittag kann stark beginnen und dann für zwei, drei Stunden hinter Wolken verschwinden.
- Komfort darf nicht komplett der Energie-Logik geopfert werden – bei tagelang schlechtem, aber warmem Wetter braucht es trotzdem eine Untergrenze.
Für Kärntner Haushalte mit eigener PV-Anlage und Speicher ist genau das der Alltag: viel Sonne im Sommer, aber selten ein durchgehend stabiler Ertrag über den ganzen Tag. Eine Automation muss also nicht nur auf einen Wert reagieren, sondern auf ein Zusammenspiel mehrerer Zustände.
Das eigentliche Ziel ist deshalb bewusst dynamisch angelegt, nicht starr: Die Automationen passen sich dem tatsächlichen Wetterverlauf an, um Akku und Klimaanlage gemeinsam möglichst effizient zu nutzen. Klimatisiert wird dabei immer nur so viel, dass der Akku bis zum Abend trotzdem vollständig geladen ist – die Priorität liegt durchgehend beim Speicher, die Klimaanlage bekommt nur, was an PV-Ertrag darüber hinaus übrig bleibt.
Wenn Sie wissen möchten, wie Home Assistant Ihr Zuhause oder Ihren Betrieb in Kärnten smarter und energieeffizienter macht, helfen wir weiter: Smart-Home-Beratung in Kärnten anfragen
Automation 1: Klimaanlage einschalten bei PV-Überschuss und Hitze
Die erste Automation (in Home Assistant: eine automatisierte Wenn-Dann-Regel) schaltet die Klimaanlage nur ein, wenn Überschuss, Temperatur und Akku-Zustand gleichzeitig passen.
| Element | Wert |
|---|---|
| Trigger | Netzeinspeisung 5 Minuten über 600 W |
| Bedingung 1 | Automatik aktiv (input_boolean.ac_automatik_aktiv) |
| Bedingung 2 | Innentemperatur höher als Außentemperatur |
| Bedingung 3 | Außentemperatur über 23 °C |
| Bedingung 4 | Klimaanlage ist aus |
| Bedingung 5 | Netto-Batterieleistung unter 0,1 kW (Akku lädt/entlädt gerade nicht aktiv) |
| Aktion | Klimaanlage → Kühlmodus |
Entscheidend ist die zeitabhängige Verzweigung, die den Akku vor der Klimaanlage priorisiert:
- 09:00–11:00 Uhr: Akku-Ladesteigung mindestens 10 %/h – am Vormittag zählt Dynamik, nicht Füllstand.
- 11:00–20:00 Uhr: Akku-Ladezustand mindestens 95 % – am Nachmittag muss der Speicher bereits weitgehend voll sein.
Erst wenn diese Bedingung erfüllt ist, bekommt die Klimaanlage grünes Licht.
Automation 2: Pause bei Wolkendurchzug
Sonneneinstrahlung schwankt schneller, als sich ein einzelner Schwellwert nachjustieren lässt. Deshalb überwacht eine zweite Automation die Netzeinspeisung fortlaufend, während die Klimaanlage läuft.
| Element | Wert |
|---|---|
| Trigger | Netzeinspeisung 15 Minuten unter Schwelle |
| Bedingung 1 | Klimaanlage läuft im Kühlmodus |
| Bedingung 2 | Akku-Ladezustand unter 95 % |
| Aktion | Klimaanlage → aus |
Wichtig für Kärntner Sommertage mit typischem Wechsel aus Sonne und Quellwolken: Die Klimaanlage springt nicht dauerhaft aus, sondern automatisch wieder an, sobald Automation 1 erneut greift. Das System pausiert also, statt neu gestartet werden zu müssen.
Automation 3: Notausstieg bei Übertemperatur
Damit Energie-Logik nicht zulasten des Wohnkomforts geht, gibt es eine dritte, übergeordnete Regel – unabhängig von Akku-Zustand und Netzeinspeisung.
| Element | Wert |
|---|---|
| Trigger | Innentemperatur über 25,5 °C, 5 Minuten anhaltend |
| Bedingung 1 | Automatik aktiv |
| Bedingung 2 | Klimaanlage ist aus |
| Aktion | Klimaanlage → Kühlmodus, unabhängig von allen anderen Regeln |
Diese Automation ist der Sicherheitsmechanismus für tagelang schlechtes, aber warmes Wetter – genau die Wetterlage, die in Kärnten zwischen zwei Schönwetterperioden immer wieder vorkommt.
Zusammenspiel der drei Automationen

Im Alltag ergibt sich daraus ein klarer Ablauf: Der Akku lädt zuerst. Sobald er genug geladen ist oder stark genug lädt, nutzt die Klimaanlage den restlichen PV-Überschuss. Zieht eine Wolke durch, pausiert sie. Steigt trotzdem die Innentemperatur über die Komfortgrenze, setzt die dritte Automation alle anderen Regeln außer Kraft.
Weil die Bedingungen an Akku-Ladesteigung und -Ladezustand gekoppelt sind statt an feste Uhrzeiten oder starre Schwellwerte, reguliert sich das System bei jedem Wetter von selbst neu: An sehr sonnigen Tagen lädt der Akku schnell, die 95-Prozent-Marke ist früh erreicht, und die Klimaanlage bekommt entsprechend mehr Laufzeit. An bewölkten oder durchwachsenen Tagen bleibt mehr PV-Strom länger für den Akku reserviert, die Klimaanlage schaltet seltener oder später ein – mit dem Ziel, dass der Speicher trotzdem bis Tagesende voll wird, bevor überschüssiger Strom in Kühlung fließt.
„AC AUS” ist dabei keine eigene vierte Automation, sondern eine gemeinsame Vorbedingung. Sowohl die Einschalt-Automation als auch der Notausstieg bei Übertemperatur prüfen zusätzlich, dass die Klimaanlage aktuell aus ist, bevor sie feuern. Das verhindert doppeltes Auslösen: Liefe die Anlage bereits, würde ein erneuter Einschaltbefehl ohnehin nichts bewirken – die Bedingung sorgt aber dafür, dass die jeweilige Automation gar nicht erst anspringt, solange die Klimaanlage schon läuft. Der Kreislauf schließt sich, sobald „AC AUS bei Wolken” greift und die Anlage wieder ausschaltet: Damit sind beide Start-Bedingungen erneut erfüllt, und das System kann von vorn beginnen.
Diese Reihenfolge – Akku vor Klimaanlage, Wolken-Pause vor Dauerbetrieb, Komfort-Notausstieg als letzte Instanz – lässt sich mit den Home-Assistant-Automationen direkt über Trigger, Bedingungen und Aktionen abbilden, ohne zusätzliche Integration. Wer die Logik noch komplexer verzweigen möchte, etwa mit mehreren Verbrauchern gleichzeitig, findet in unserem Artikel zu Node-RED für KMU in Kärnten eine visuelle Alternative zur YAML-Automation. Einen Grundüberblick zum lokalen, cloud-freien Betrieb von Home Assistant liefert unser Beitrag Home Assistant in Kärnten: Sicheres Smart Home ohne Cloud-Abhängigkeit.
Fazit: Speichern reicht nicht – nach jeder Änderung verifizieren
Die technisch einfachste Lektion aus diesem Projekt war zugleich die teuerste an verlorener Zeit: configuration.yaml lädt Automationen in diesem Setup über !include_dir_merge_list automations/ aus einem eigenen Verzeichnis statt aus der Standarddatei. Änderungen, die über die Config-API vorgenommen wurden, landeten deshalb tagelang in einer Datei, die nie eingelesen wurde – im Hintergrund lief unbemerkt eine veraltete Version weiter, während in der Oberfläche scheinbar alles korrekt gespeichert war. Details zur Aufteilung der Home-Assistant-Konfiguration finden sich in der offiziellen Dokumentation.
Die Lehre daraus gilt für jede Home-Assistant-Automation, nicht nur für PV-Überschuss-Steuerungen: nach jeder Änderung das tatsächlich aktive Verhalten prüfen, nicht nur den Speichern-Dialog bestätigen. Wer PV-Anlage, Speicher und smarte Verbraucher in Kärnten so zusammenspielen lassen möchte, kann sich beraten lassen – wir schauen uns Ihr Setup an und zeigen, wo Automation heute schon mehr aus Ihrem PV-Überschuss holt.
Für private Haushalte und Betriebe in Kärnten mit eigener Photovoltaikanlage und Batteriespeicher.
Häufige Fragen
Warum reicht eine einzelne PV-Überschuss-Schwelle nicht, um eine Klimaanlage sinnvoll zu steuern?
Eine einzelne Schwelle blendet aus, dass der Hausakku vor der Klimaanlage geladen werden soll, dass Sonneneinstrahlung durch Wolken stark schwankt und dass an trüben, aber warmen Tagen trotzdem eine Komfort-Untergrenze gelten muss. Erst mehrere zusammenspielende Automationen bilden das realistisch ab.
Wie stellt Home Assistant sicher, dass der Akku vor der Klimaanlage geladen wird?
Die Einschalt-Automation prüft zusätzlich zur Netzeinspeisung die Netto-Batterieleistung und je nach Tageszeit entweder die Ladesteigung oder den Ladezustand des Akkus. Erst wenn der Akku ausreichend geladen ist oder stark genug lädt, schaltet die Klimaanlage überhaupt ein.
Wie erkennt die Automation Wolkendurchzug und reagiert richtig?
Eine zweite Automation überwacht die Netzeinspeisung fortlaufend. Sinkt sie 15 Minuten lang unter die Schwelle, während der Akku noch nicht voll ist, schaltet sie die Klimaanlage ab. Kehrt der Überschuss zurück, springt die erste Automation automatisch wieder an.
Warum wurde eine gespeicherte Home-Assistant-Automation trotzdem nicht ausgeführt?
Wenn configuration.yaml Automationen per !include_dir_merge_list aus einem Verzeichnis lädt statt aus der Standarddatei, können Änderungen über die Config-API in einer nie geladenen Datei landen. Die Lehre: nach jeder Änderung im laufenden System verifizieren, nicht nur speichern.
Mag.a Carmen Hedenig MAS
Basic4web Kärnten
IT-Expertin für KMU – Internet, IT-Sicherheit, KI & Smart Home.